Pressemitteilung vom 15.03.2011
Michael Nenntwich und Clemens Dreier sind die neuen Pächter vom „Klosterstüb’l“. Sie haben die Gaststätte gestern eröffnet und wollen hier die zu DDR-Zeiten bekannte „Schwarzbierkneipe“ wieder aufleben lassen. Foto: Matthias Weber
Eigentlich ist ihnen die Gaststätte anfangs eine Nummer zu groß gewesen. „Wir wollten klein anfangen und uns erst einmal festigen“, erklären Michael Nenntwich und Clemens Dreier, die sich vom Akkordeonorchester in Olbersdorf kennen und sich bereits voriges Jahr selbstständig machen wollten. Doch die gute Zusammenarbeit mit der Zittauer Wohnbaugesellschaft, die noch einige Verschönerungsarbeiten vornahm, habe sie überzeugen können, das „Klosterstüb’l“ in der Johannisstraße zu pachten.
Seit gestern hat die Gaststätte unter ihrer Leitung wieder geöffnet, nachdem der Mietvertrag mit dem letzten Betreiber, Peter Besser, Ende 2010 auslief. Offiziell zog er sich aus Altersgründen zurück, obwohl es schon länger Gerüchte gab, dass das Geschäft nicht mehr gelaufen sei. Michael Nenntwich, 34 Jahre und gelernter Bäcker, und der 20-jährige Koch Clemens Dreier wollen nun die Tradition vom „Klosterstüb‘l“ wieder aufleben lassen. So hätte die Gaststätte zu DDR-Zeiten weit über die Stadtgrenzen hinaus als „Schwarzbierkneipe“ Bekanntheit erlangt. Hauptaugenmerk beim Ausschank liege deshalb auf den verschiedenen Bierspezialitäten der Region. Beim Essen wird es künftig rund um die Kartoffel gehen. Auch das sei regionaltypisch. Drei Mitarbeiter sorgen für das leibliche Wohl.
Im Innenraum hat sich ebenfalls einiges verändert. So ist auf den Tresen ein Überbau gekommen, um dem Raum die Größe zu nehmen und ihn gemütlicher zu machen, wie Martina Schöne von der Wohnbaugesellschaft mitteilt. Auch die Küche und der Kühlraum sind grundlegend renoviert worden, Nebenräume und Toiletten bekamen einen neuen Farbanstrich verpasst. Insgesamt 130 Gäste haben in den Räumen Platz, im überdachten Biergarten noch einmal rund 50 weitere.
Für das kulturelle Programm sorgt ab 25. März der Sire-Verein. Dann macht seine sagenhafte mittelalterliche Stadtführung wieder Halt im „Klosterstüb‘l“, wo es eine Bierprobe geben wird. Weiterhin ist vorgesehen, im Keller der Gaststätte die ausgearbeitete Sage vom Salzmännchen aufzuführen, verrät Gisela Kother vom Sire-Verein.
Michael Nenntwich und Clemens Dreier haben darüber hinaus eigene Ideen. Ab Mitte des Jahres sollen Besucher im gesamten Gebäudekomplex einschließlich des Biergartens im Internet surfen können. Zudem sind Angebote für Studenten in der Woche und Stammessen für die benachbarten Belegschaften in absehbarer Zeit geplant. Auch an der Zittauer Kneipennacht nehmen die Betreiber teil. „Ob das neue Konzept funktioniert, weiß keiner, aber wir wollen es probieren“, sagen sie.
Von Thomas Christmann
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